Going Viral – My Exhibition in Vienna – February 2018

Die Ausstellung “going viral” ist eine Dokumentation meiner Diagnose und meines anfänglichen Lebens mit HIV.

Der Ausgangspunkt der Ausstellung „Going Viral“, die meine aktuelle und gleichnamige Fotoserie erstmals Öffentlichkeit präsentiert, ist meine Infektion mit HIV.

Ich bin freischaffender Fotograf, Mitte 30, gehöre zur studierten Mittelschicht.

Ich wohne in einem Innenstadtbezirk, reise viel und gehe sonntags ins Museum.

Und ich bin heterosexuell.

Ich bin das ultimative HIV-Tabu.

Die Tabuisierung, das Abdrängen des Themas an den Rand der gesellschaftlichen Wahrnehmung, ist Motor des Fotoprojektes und der Ausstellung. Wer war ich als ich „negativ“ war? Wer bin ich heute als „Positiver“?

„going viral“ dokumentiert Etappen dieser Suche mittels Fotografie, Prosa und Poesie. Selbstportraits, Installationen mit persönlichen Objekten und Medikamenten sowie Frauenportraits, spiegeln dabei unterschiedliche Kapitel meines früheren und jetzigen Lebens wider.

Themen wie Intimität, Liebe, Einsamkeit, Abenteuer, Familie und Freunde haben mit einem Schlag eine neue Gewichtung bekommen. Diese gilt es für mich in meinen Fotografien zu erforschen.

Eine HIV-Infektion lässt nicht nur einen Virus los, sondern auch Zweifel.

Unsicherheiten, negative Gedankenspiralen, depressive Verstimmungen, Panik.

Der Zweifel und eine unterschwellige Zerrissenheit, manifestieren sich auch noch 4 Jahre nach meiner Infektion in allen Entscheidungen. Mithilfe von „Positivität“ und „Negativität“, wie in der analogen Fotografie üblich, wird dieser Konflikt in „going viral“ ausgetragen.